AG 05: Dürers Traum: Wirklichkeit oder Prämonition?

Dienstag und Mittwoch
14:00 – 15:45 Uhr
online

Prof. Dr. Hoang Nguyen-Duong
Physiologe i.R., ehem. Allgemeine Physiologie, Universität Ulm

Im Juni des Jahres 1525, in der Nacht vom Dienstag den 7., erwacht Albrecht Dürer voller Schreck aus einem „Sintflut“-Traum. Etwa 34 Monate später ereilt ihn der Tod. Traumerleben ist vom Wacherleben nicht zu unterscheiden, denn erst im Nachhinein, beim Aufwachen, ist man sich bewusst, dass man geträumt hat. Dürers Traum muss ihm so real vorgekommen sein, dass er ihn nach dem Aufstehen als Aquarell festhält und auf der unteren Hälfte des Blattes darüber berichtet. Je realistischer ein Traum ist, umso mehr weiß man kurz danach nicht, ob es tatsächlich ein Traum war oder real passiert ist. Versucht man heute den Traum von Dürer zu durchleuchten, erfährt man viel über seine Persönlichkeit und seelische Probleme. Eine tiefergehende Analyse bringt jedoch noch viel mehr zutage: Der Künstler Dürer, ein Nürnberger Bürger „mit Migrationshintergrund“, war in seinem Leben und Wirken tiefer in die politischen und religiösen Ereignisse seiner Zeit verstrickt, als es heute in der Kunstgeschichte rezipiert wird