AG 06: “Café Duna”: Das Kaffeehaus an der Donau als kulturelles und gesellschaftliches Phänomen

Montag und Dienstag
14:00 – 16:00 Uhr
Präsenz

Alternative: fällt aus

Prof. Peter Langer | Dozent, Kulturmanager
European Danube Academy gGmbH

“Im Kaffeehaus wurden literarische Schulen und Stile geboren und verworfen, vom Kaffeehaus nahmen neue Richtungen der Malerei, der Musik, der Architektur ihren Ausgang” – so Friedrich Torberg in seinem berühmten “Traktat über das Wiener Kaffeehaus”. In der österreichischen Hauptstadt waren es vor allem Literaten wie Karl Kraus, Peter Altenberg, Hugo von Hoffmannsthal, Arthur Schnitzler und Joseph Roth, die das “Griensteidl”, das “Café Central” oder das “Café Herrenhof” zum Lebens- und Schaffensmittelpunkt erkoren. Alfred Polgar, eine andere Größe der Wiener Moderne, erklärte das “Central” in einem seiner Essays kurzerhand zur “Weltanschauung”. Häufige Gäste waren auch Sigmund Freud, Franz Kafka, Oskar Kokoschka und Stefan Zweig. Nicht von ungefähr haben die Nazis das Kaffeehaus gehasst – für sie war es ein dekadenter Ort jüdischen Geisteslebens. Dessen kritische Köpfe haben sie verfolgt, vertrieben, ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war vor allem das legendäre “Hawelka” Treffpunkt von Größen der Literatur und Kunst wie H.C. Artmann, André Heller, Helmut Qualtinger, Ernst Fuchs, Friedensreich Hundertwasser und Alfred Hrdlicka. In unserer Arbeitsgruppe machen wir anhand ausgewählter Texte, Bildern und Fotos einen Rundgang durch die literarische, künstlerische und gesellschaftliche Welt der Wiener Kaffeehäuser – verbunden mit einem kleinen Abstecher nach Budapest.