AG 08: Ein kulturgeschichtlicher Streifzug durch das Thema Schmerz

Dienstag bis Donnerstag
13:30 – 15:30 Uhr
online

Prof. Dr. Hoang Nguyen-Duong
Physiologe i.R. | ehem. Allgemeine Physiologie Universität Ulm

Schmerz wurde jahrtausendelang als religiöser und kultureller Bestandteil des menschlichen Daseins betrachtet. Erst in der Barockzeit wurde der Schmerz als Teil einer Warn- bzw. Schutzreaktion rational gedeutet, wobei allerdings das Erleben kognitiv-emotionalen Schmerzes die Existenz immaterieller, vom Körper losgelöster Seelen implizierte. Bis zur Aufklärung verblieb dem Gläubigen nur der Weg über die Religion. Die Entwicklung der Medizin in der Neuzeit hat nicht nur zu immensen Fortschritten bei der Schmerztherapie geführt, war aber auch verantwortlich für eine eher passive Verhaltensweise der Menschen gegenüber Schmerzen. Ein kulturgeschichtlicher Überblick über die Schmerzwahrnehmung von der Antike bis zur Neuzeit, der auch die Zusammenhänge mit Kunst und Philosophie berücksichtigt, könnte hilfreich sein bei der Behandlung von Problemen, mit denen die Algesiologie (Schmerzheilkunde) heute konfrontiert ist