Verschwörungstheorien, Fake News und Streitkultur

Mittwoch, 24.03.2021
10:00 – 11:30 Uhr

Dr. Romy Jaster
Theoretische Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin

Moderation: Prof. Dr. Othmar Marti, Universität Ulm

Ich möchte im Vortrag zwei Phänomene in den Blick nehmen, die zwar immer wieder problematisiert werden, aber nicht unbedingt gut verstanden sind: Verschwörungstheorien und Fake News.

Im Vortrag möchte ich drei Punkte entwickeln. Erstens werde ich die Tendenz problematisieren, Fake News und Verschwörungstheorien in einen Topf zu werfen und zeigen, dass es sich um zwei sehr unterschiedliche Phänomene handelt. Zweitens werde ich die Tatsache in den Blick nehmen, dass Verschwörungstheorien landläufig als anrüchig betrachtet werden und zeigen, dass es bei näherem Hinsehen gar nicht so einfach ist, das Problem dieser Theorien genau zu benennen. Dass überhaupt eine Verschwörung behauptet wird, kann nicht das Problem sein. Schließlich gibt es auch eine ganze Reihe weithin akzeptierter und gut belegter Verschwörungstheorien, etwa Watergate. Ich werde im Vortrag der Frage nachgehen, welche Merkmale die anrüchigen Verschwörungstheorien von den unproblematischen Verschwörungstheorien unterscheidet. Drittens werde ich das Nachdenken über Fake News und Verschwörungstheorien zum Ausgangspunkt für die Frage nehmen, wie ein Streitgespräch mit Menschen gelingen kann, die radikal andere Überzeugungen haben als man selbst

Dr. Romy Jaster
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht im Bereich der Metaphysik zu Fähigkeiten, Dispositionen und Willensfreiheit und im Bereich der angewandten Erkenntnistheorie zu Fake News, Bullshit und Verschwörungstheorien. Sie ist außerdem Geschäftsführerin der Gesellschaft für analytische Philosophie und engagiert sich dafür, die Rolle der Philosophie im öffentlichen Diskurs zu stärken. In ihren eigenen öffentlichen Beiträgen nimmt sie vor allem zu erkenntnistheoretischen Fragen Stellung.

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Diese Informationen werden ab dem 19. März den Teilnehmer per E-Mail zugeschickt.