Dienstag, 29.09.2026
10:00 – 11:45 Uhr
Live im Hörsaal H4/5-O25
& Online via Zoom Webinar
Prof. Dr. Claudia Hille
Hochschule Karlsruhe | Informationsmanagement und Medien
Professur für Radverkehr
Als das Fahrrad vor über 200 Jahren erfunden wurde, revolutionierte es unser Mobilitätssystem. Das Fahrrad überzeugte als kostengünstiges Fortbewegungsmittel, war vergleichsweise schnell und zugleich komfortabel.
Obwohl sich an diesen positiven Eigenschaften kaum etwas geändert hat, sehen wir heute eine veränderte Radnutzung. Während Menschen mit hohen Einkommen das Fahrrad wesentlich häufiger nutzen, sind Menschen in Armut oft nicht nur vom Fahrrad, sondern gänzlich vom Mobilitätssystem abgekoppelt. Dabei bestimmt der Zugang zum Verkehrssystem auch das Maß an gesellschaftlicher Teilhabe.
Im Vortrag wird der Zusammenhang zwischen Armut und Mobilität dargestellt und aufgezeigt, welche Auswirkungen der fehlende Zugang zum Verkehrssystem auf die soziale Teilhabe, aber auch die Verfasstheit unserer Gesellschaft hat. Es wird diskutiert, wie das Fahrrad als Teil einer sozial gerechten Verkehrswende wirken kann und welches Potenzial es für den Weg zu mehr Mobilitätsgerechtigkeit hat.

Claudia Hille studierte Soziologie an der Universität Leipzig und promovierte 2021 am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Von 2013 bis 2022 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Verkehr und Raum der FH Erfurt und war danach im Büro Verkehrspolitik & Raumplanung tätig. Seit 2024 hat sie die Professur für Radverkehr an der Hochschule Karlsruhe inne und forscht dort zur Förderung des Fahrrades als Verkehrsmittel im Alltag, Fragen von Mobilitätsgerechtigkeit und dem Zusammenhang zwischen Mobilität und sozialer Teilhabe.